Gutachten von der Ärztekammer

Für den Fall, dass ein Patient das Vorliegen eines Behandlungsfehlers vermutet, empfiehlt es sich, ein Gutachten von der Ärztekammer einzuholen.

Jeweils zuständig ist die Ärztekammer, in deren Bezirk die Behandlung vorgenommen wurde.

Das Gutachten selbst ist für den Patienten kostenlos.

Ablauf des Verfahrens

Das Verfahren wird mit der Antragsstellung und der Übergabe der Behandlungsakten eingeleitet.
Es ist sehr empfehlenswert, den Antrag gleich so zu stellen, dass deutlich wird, wo man den Behandlungsfehler vermutet. Hier ist es sinnvoll, die Situation erst einmal durch einen Rechtsanwalt für Medizinrecht überprüfen zu lassen.
Auch nachbehandelnde Ärzte können eine erste Einschätzung abgeben, die einem das weitere Vorgehen erleichtert.

Die Behandlungsakten selbst kann man zuvor bei dem Behandler in Kopie anfordern.
Die Kosten für die Kopien muss meist der Patient tragen. In einigen Fällen sind die Krankenversicherungen ebenfalls daran interessiert, zu erfahren, ob ein Behandlungsfehler vorliegt. Deshalb übernehmen sie in einigen Fällen die Kopierkosten. Hier kann es sich lohnen, einfach nachzufragen.

Sodann werden durch die Ärztekammer Ärzte der gleichen Fachrichtung damit beauftragt, den Fall zu begutachten.

Das Gutachten der Ärztekammer nimmt einige Zeit in Anspruch- leider meist sogar bis zu einem Jahr.

Allerdings kann man auf Grundlage eines solchen Gutachtens dann auch gestärkt in die Verhandlungen mit dem betroffenen Arzt, dem Krankenhaus oder der jeweiligen Haftpflichtversicherung gehen und muss nicht befürchten, umsonst ein Gerichtsverfahren angestrebt zu haben.

Ein negatives Gutachten ist nicht zwingend das Ende

Sollte das Ergebnis nicht den Erwartungen entsprechen, stellt das erste Gutachten der Ärztekammer auch noch nicht den Schlusspunkt dar. Man kann nämlich innerhalb eines Monats nach Zustellung des ersten Gutachtens noch ein sogenanntes abschließendes Gutachten beantragen. Ein solches kann auch die Ärztekammer selbst in Auftrag geben, wenn sie dies selbst für angezeigt hält.

Wir begleiten Sie gerne bei der Antragstellung und formulieren die richtigen Fragen, damit der jeweilige Gutachter auch tatsächlich auf Ihre konkreten Annahmen eingeht.

Sprechen Sie uns an! Telefonisch unter 0211 5858990 oder per E-Mail an info@borgelt.de.

Charlotte Kobusch
Rechtsanwältin für Medizinrecht